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Freizeitpark Phantasialand in Brühl

Freizeitpark Phantasialand in Brühl

Zu Besuch im Phantasialand

„Steel Dragon“, „Tower of Terror“ oder auch „Sky Scream“ sind nur einige wenige Namen der unzähligen Attraktionen der vielen verschiedenen weltweit aktiven Freizeitparks. Für eine Großzahl der Besucher eines Vergnügungsparks ist es wohl weit mehr als nur ein reiner Zeitvertreib. Unzählige moderne Fahrgeschäfte, Shows und Schauplätze sorgen dafür, dass wir uns als Gäste wie Kinder fühlen, die auf einem riesigen Abenteuerspielplatz ausgesetzt werden. In den letzten Jahren habe ich jedoch immer seltener eine der vielen Vergnügungsstätten besucht. Man vergisst schnell, dass die einen durchrüttelnden und Adrenalin hervorrufenden Attraktionen großartige Glücksgefühle hervorrufen. Das wird mir bei meinem erstmaligen Besuch des Phantasialandes in Brühl klar, den ich gemeinsam mit unserem Team im Winter besuche. Der mittlerweile in die 6 Themenbereiche Berlin, Mexico, Deep in Africa, Chinatown, Fantasy und Mystery unterteilte Freizeitpark wurde schon im April 1967 von Richard Schmidt und Gottlieb Löffelhardt in einem ehemaligen Braunkohle-Tagebau in Brühl ursprünglich als Märchenwald mit See und Attraktionen wie einer Oldtimerfahrt und einer Westerneisenbahn eröffnet. Somit gilt das Phantasialand als einer der europaweit ältesten Freizeitparks, der immer wieder erweitert und modernisiert wird. Heute misst die Fläche 28 Hektar und begeisterte beispielsweise im Jahr 2015 knapp 1,9 Millionen Besucher. Wem ein einzelner Tag nicht reicht, kann sich sogar in einem der zwei Themenhotels einbuchen und das Vergnügen auch am Folgetag noch erleben. Im Vergleich zu vielen anderen Parks ist das Phantasialand nicht nur von Ende März bis November geöffnet, sondern bietet in einigen Wochen im Winter ein eigenes Showprogramm. Bei angemessenem Wetter sind sogar einige der großen Attraktionen geöffnet.

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Städtereise: Römisch-Germanisches Museum Köln

Städtereise: Römisch-Germanisches Museum Köln

Wir reisen zurück zur Entstehungsgeschichte Kölns mit einem Besuch des Römisch-Germanischen Museums

Unsere Stadt am Rhein, die besondere Bekanntheit durch ihren gotischen Kölner Dom samt jahrhundertewährender Entstehungsgeschichte und ihre Feierfreude zur Fünften Jahreszeit erlangt hat, gehört zu den ältesten deutschen Städten und hat eine römische Vergangenheit vorzuweisen. Schon 19 Jahre vor Christi beginnt die Historie der heutigen Rheinmetropole mit der Gründung des Oppidum Ubiorum unter dem Feldherrn und späteren Statthalter Marcus Vipsanius Agrippa. Als Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) entwickelte sich das einstige Legionslager zur Hauptstadt der römischen Provinz Germania inferior. Bis die Franken über CCAA einbrachen, blieben die Römer das vorherrschende Volk. Kaum vorstellbar, wenn ich heute durch die Straßen wandere und versuche, mir vor Augen zu führen, wie hier auch einst die Römer auf- und abgingen. Zwischen den modernen Häusern erinnern nämlich nur noch wenige Überbleibsel an die Stadtgründer und ihr Leben am Rhein. Um einen besseren Eindruck zu gewinnen, besuche ich daher heute das Römisch-Germanische Museum an der Domplatte am Roncalli-Platz. Leider habe ich zuvor nicht auf die Öffnungszeiten geachtet. Das Museum hat nämlich nur bis 17 Uhr geöffnet. Also habe ich nun noch eine gute Stunde Zeit, in die römisch-germanische Geschichte einzutauchen. Ich gebe schnell meine übergroße Handtasche an der Garderobe ab und stehe schon vor der ersten Vitrine. Ausgestellt mit Gläsern und Gefäßen aus römischer Zeit. Doch bevor ich mich zulange an den Kleinigkeiten aufhalte, möchte ich erst das große Ganze genauestens begutachten. Ich stehe auf einer der untersten Stufen im mittleren Treppenhaus und erblicke einen überdimensionalen Grabbau.


Schon zuvor bei einer Stadtführung hatte die entsprechende Führerin auf dessen Ausgrabungsgeschichte hingewiesen. In den 60ern hatten zwei Brüder bei Freilegungen im eigenen Garten die römischen Reliquien entdeckt und diese heimlich über mehrere Jahre hinweg mit einem kleinen Team aus Freunden an die Oberfläche geholt. Zum Vorschein kam ein fast 15 m hoher Grabsteinbau des Legionärs Poblicius von 40 nach Christi. Eine spannende Geschichte, wie die jungen Menschen einen Stein nach dem anderen aus dem Untergrund hievten. Allzu viel ist leider nicht zu dem Legionär bekannt, der während seiner Zeit in CCAA zu großem Ruhm und Reichtum gelangt sein musste, sonst hätte er sich ein solch imposantes Grabmal niemals leisten können. An den Seiten des Steines entdecke ich den Hirtengott Pan und oben thront zwischen den Säulen der ehemalige Legionär. Fundstelle des Grabmals war das Severinsviertel. Dieser Ort ist ziemlich typisch als Grabfläche für die damalige Zeit, da Verstorbene außerhalb der Stadtmauer entlang der Straße begraben wurden. Wer in vorderster Reihe stand, war von besonderer Bedeutung. Laut des Museumsleiters Herrn Dr. Trier werden diese Art an großen Grabbauten nur selten gefunden, da einerseits viel Glück mitspielt und andererseits ein Großteil der Baukomponenten, wie die Steine, wiederverwertet wurden.

Plötzlich entdecke ich über meiner rechten Schulter das Medusengesicht. Laut dazugehörigem Text war diese Maske vermutlich einst Teil des Venus- und Romatempels am Forum Romanum. Wer kennt die sagenumwobene Geschichte der Medusa nicht? Wie ihr Blick andere zu Stein erstarren lässt. Kurzweilig wird mir ein wenig mulmig, bevor ich mich in die erste Etage begebe und mich auf einer riesigen Ausstellungsfläche in dem auf Bauresten einer römischen Stadtvilla gebauten Museum (1974) befinde. Insgesamt kann ich 4.500 qm erkunden mit verschiedenen Reliquien. Gerade blicke ich auf den rekonstruierten Bogen des Nordtores des einstigen Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Darunter thronen mich anstarrende Portraitköpfe. Im Hintergrund befinden sich noch einige weitere, wie frühere Herrscher. Mit teilweise abgebrochener Nase. In direkter Nähe erblicke ich auch ein Modell des Mittelbogens des Nordtores, das in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts entstand und den Besucher einen besseren Eindruck von dem römischen Bau gewährt.

Roemisch-Germanisches Museum  Roemisch-Germanisches Museum   Roemisch-Germanisches Museum

Ich entdecke unzählige Reliquien aus dem Rheinland zur Urgeschichte bis hin zum frühen Mittelalter. Es sind Skulpturen, Kleinplastiken aus Terrakotta (2. Jahrhundert nach Christi), ein großes Regal an Ton- und Keramikgefäßen, Waffen, Steinwerkzeuge und vieles mehr. Imposant ist auch der rekonstruierte Reisewagen mit vielen kleinen Figuren und künstlerischen Akzenten. Als Frau bin ich besonders fasziniert von den ausgestellten Schmuckstücken. Die goldenen Kronen strahlen mich an und es scheint mir, als wollten sie mir sagen „Auch dein Haupt würde ich glanzvoll schmücken.“. Besonders beeindruckt bin ich von dem goldenen Efeukranz. Direkt vor mir erblicke ich in meiner Fantasievorstellung Iulius Cäsar, wie er würdevoll diese Krone trägt und arroganten Blickes auf sein Volk hinabschaut. Mindestens ebenso interessant ist der Damenschmuck. Auf der einen Seite bewundere ich die Schmuckstücke griechisch-hellenistischer und römischer Damen von 300 vor bis 300 nach Christi. Ich erkenne Mondsichel und die Herakles-Keulen, die man als Amulett mit Kapseln trug. Es heißt, diese Kapseln enthielten vermutlich einen Schutzzauber. Manche Ohrringe haben an den Endungen Raubtierköpfe. Der Großteil des Schmucks wurde aus Goldblech hergestellt. Besetzt mit Edelsteinen. Links daneben liegt der Schmuck der römischen Oberschicht. Noch weitaus prunkvoller. Die goldenen Ringe sind mit Edelsteinen besetzt, in die Figuren geschnitten wurden und als Siegel dienten. Oft zeigte sich hier auch das Abbild des Medusenhauptes – als Schutz. Faszinierend sind auch die Gürtelschnallen mit ihren zarten Verzierungen. Generell ist es überaus beeindruckend, zu sehen, wie filigran und detailverliebt die Römer damals arbeiteten. Was Sie nur mit ihren Händen und Kleinwerkzeugen schufen.

Roemisch-Germanisches Museum  Roemisch-Germanisches Museum  Roemisch-Germanisches Museum

Wussten Sie, dass die erste Rheinbrücke von den Römern erbaut wurde? Einige hölzerne Überreste und ein Modell sind in diesem Museum ausgestellt. Genauso können Sie Wandmalereien bewundern, die einst im Rheinland gefunden wurden. Auch hier werden wieder göttliche Abbilder und sagenumwobenen Figuren präsentiert. Doch für mich ist es an der Zeit, mich auf die unterste Etage des Museums zu begeben. Hier nämlich erwartet mich das Dionysosmosaik und damit eins der weiteren weltberühmten Ausstellungshöhepunkte. Ebenjenes wurde 1941 in der Nähe des Doms gefunden, das Teil des Speisesaals eines Peristylhauses im mediterranen Stil war. Dieses Haus bestand aus einem Perystil (rechteckiger Hof) und in dessen Mitte befand sich ein Brunnen. Erbaut um 50 nach Christi. Und 230 nach Christi wurde dieses um das Triclinium samt Dionysosmosaik erweitert. Auch andere Räume des Hauses enthielten Mosaikkunstwerke und Wandmalereien. Das Dionysosmosaik besteht aus 27 mehrfarbigen Medaillons. Ein Großteil zeigt den Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase. Sehr sympathisch, wie ich finde. Einige aber bilden Vögel, Früchte und auch die Jahreszeiten ab. Insgesamt besteht das Gebilde aus gut 1,5 Millionen tessarae (Steinplättchen aus Naturstein, Ton und Glas). Zu noch größerer Berühmtheit gelangte das Mosaik 1999, also die Staats- und Regierungschefs zum G8-Wirtschaftsgipfel riefen und gemeinsam auf den Steinplättchen, die mit einer Schutzplatte vorab bedeckt worden waren, speisten und zusammen mit Dionysos einander zuprosteten. Was für ein Meisterwerk! Und welch‘ Geduld die Künstler damals hatten, so ein Bildnis entstehen zu lassen! Ich bin mal wieder überaus beeindruckt.

Roemisch-Germanisches Museum  Roemisch-Germanisches Museum  Roemisch-Germanisches Museum

Im den hinteren Bereichen dieser Ausstellungsfläche sind Grabmäler, Grabsteine und Beigaben der germanischen, keltischen und der Merowingerzeit ausgestellt. Dazu zählen Keramikgefäße, Stein- sowie Metallobjekte. Gerne wurde den Toten auch eine Münze für den Fährmann auf die Zunge gelegt, um den Übergang zu ermöglichen. Der Umgang mit dem Tod war ein ganz anderer als in der heutigen Moderne, in der mehr und mehr Menschen ihren Glauben in Frage stellen und aus der Kirche austreten. Die Rolle der Götter zur Antike spiegelt sich nicht nur in der Architektur und den genannten Fundstücken wider. Die Götter waren Teil des Lebens und des Todes.

Zum Schluss durchwandere ich noch die Sonderausstellung „Zerbrechlicher Luxus“. Weltweit kann das Römisch-Germanische Museum die größte Sammlung an römischen Gläsern aus dem 1. bis 4. Jahrhundert vorweisen. In dieser befristeten Ausstellung entdecke ich Glaskunst aus 1000 Jahren antiker Geschichte. Hierbei handelt es sich teilweise um Importe aus dem 1. Jahrhundert vor Christi, die von Syrien und Oberitalien ihren Weg ins Rheinland fanden. Schon im ersten Jahrhundert nach Christi entstanden in CCAA die ersten Glasmanufakturen außerhalb der Stadtmauern, um jegliche Gefahren, wie durch Feuer zu vermeiden. Produziert wurden Gläser, Weinkrüge und Salbfläschchen mit Emailmalereien nach römischer Rezeptur. Einige der Ölflaschen enthalten sogar noch einen Teil ihres Inhalts, wie pflegende Öle und Seifen. Es gibt Nuppengläser und Krüge mit Gesichtern. Das alles galt damals als Luxusgut. Sehr verständlich, steckte doch so viel Arbeit in der Herstellung. Diese Ausstellung können Sie noch bis zum 13. November besuchen. Danach folgt eine neue.

Kurse und Führungen

Das Römisch-Germanische Museum bietet seinen Besuchern auch verschiedene Programmpunkte an. In dem Kurs Römische Rundmühle, lernen Sie, wie Sie ein römisches Spiel herstellen. In verschiedenen Führungen, wie „Das Grabmal des Lucius Poblicius“, „Liebe zur Zeit der Römer“ oder auch „Man liegt zu Tisch: Römische Ess- und Trinksitten“, erfahren Sie noch weitaus mehr über die damalige Herrschaftszeit der Römer.

Römische Überreste in Köln

Auch außerhalb des Museums haben Sie die Möglichkeit, einige römische Reliquien zu entdecken. Dazu zählen das 6 m hohe Ubiermonument, das einst eine Höhe von 12 m maß sowie Teile der römischen Stadtmauer aus dem 1. Jahrhundert nach Christi, die ursprünglich eine Länge von 4 km hatte, zu der 9 Tore und 12 Rundtürme gehörten. In der Tiefgarage unter der Domplatte sind auch noch Reste der Wehrmauer vorhanden. In der Nähe des Zeughauses können Sie den Römerturm, ein Tor und einen Brunnen bewundern. In Weiden befindet sich eine noch gut erhaltene römische Grabkammer und in der Nähe des Doms wurden der damalige Abwasserkanal und die Hafenstraße zu kleinen Teilen freigelegt.

Mein Fazit zum Römisch-Germanischen Museum

Da ich selbst sehr geschichtsinteressiert bin und mich besonders die antike Zeit sehr fasziniert, bin ich begeistert von der Ausstellung des Römisch-Germanischen Museums in Köln. Ich würde aber auch gerne an einer der Führungen teilnehmen, um noch mehr zum geschichtlichen Hintergrund zu erfahren. Denn im Vergleich zum Rautenstrauch-Joest-Museum fehlen mir hier multimediale Ausstellungsbereiche, die den Besuchern die Möglichkeit geben, weitere Informationen zu erhalten, als die die direkt neben dem Ausstellungsstück angegeben sind und eher spärlich ausfallen. Zeitlich würde ich Ihnen empfehlen, ca. 1,5 Stunden einzuplanen und im Anschluss selbst auf die Suche nach römischen Reliquien im Stadtzentrum zu gehen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10.00 bis 17.00 Uhr

Eintrittspreis: 9,00 € pro Person

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Urlaub in Köln - Kultur und Menschen

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Kölsch lernen für die Reise nach Köln

Wir reisen rund um die Welt und lernen fremde Kulturen, Sprachen, Traditionen und Gerichte kennen. In Italien freuen wir uns auf das dolce vita, die Spanier entzücken uns mit ihrem Temperament, die Portugiesen stimmen uns nachdenklich mit ihren Fado-Gesängen und die Briten überraschen uns immer wieder mit skurrilen Outfits. Doch nicht nur international erwarten uns große Unterschiede im Urlaub. Jeder Ort, jede Stadt hat ihre Eigenarten. Und Köln hat einige mehr. Bevor Sie also wohl verdient in Ihren Urlaub in die Rheinmetropole starten, möchte ich Sie vorab noch gerne auf einige Bräuche und Besonderheiten hinweisen. Machen Sie sich bereit für ein munteres und feierwütiges Völkchen in einer der ältesten, durch Römer erbauten deutschen Städte.


Der Kölner Klüngel

Wie? Sie haben noch nie vom Kölner Klüngel gehört? Schon seit Jahrzehnten ist es Gang und Gebe, dass die Kölner untereinander klüngeln. Manch einer vergleicht die kleinen Geschäfte unter Freunden auch gerne mit der italienischen Mafia. Dieses Geflecht aus Beziehungen der Kölner Politik und der lokalen Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren mehrmals ein schlechtes Licht auf die Rheinländer geworfen. Die Süddeutsche Zeitung hat hierzu einen netten Artikel verfasst und schreibt in einem Absatz: „Wenn der krumme Weg kürzer ist als der gerade, dann wird er in Köln eingeschlagen. Und zwar ohne schlechtes Gewissen. Wer dann doch mal eines hat, geht zur Beichte.“ (http://www.sueddeutsche.de/) Ob beim Kölner Müllskandal oder den Spendenaktionen der SPD. Der ehemalige Oberbürgermeister Norbert Burger meinte sogar einst: „Klüngel ist das Ausräumen von Schwierigkeiten im Vorfeld von Entscheidungen.“. Der Begriff Klüngel selbst stammt aus dem 19. Jahrhundert und war die Bezeichnung für ein Fadenknäuel. Schon ab dem 13. Jahrhundert soll es den Klüngel in Köln gegeben haben, als nämlich die Patrizierfamilien die Politik eigenständig lenkten. So sind die Kölner. Halt echte Freunde, die zusammenhalten, wie es die rheinische Band „Die Höhner“ besingt.

Der Köbes und das Kölsch

Als Sauerländerin lebe ich seit gut 2,5 Jahren in der Domstadt und lerne immer wieder weitere Facetten meiner neuen Heimat kennen. Doch schon ziemlich zu Beginn durfte ich in einem Brauhaus die Erfahrung machen, dass es der Köbes gerne überhört oder er gar aufschrickt, wenn man als Außenstehender/Tourist/IMI statt eines Glas Kölsch ein Pils bestellt. Böse Blicke trafen mich an dem Abend. Seien Sie also an dieser Stelle gewarnt, denn der Köbes (Kellner in Brauhäusern) ist bekannt für seine forsche und direkte Art. Das lässt so manchen Gast schnell verstummen. Einige von ihnen tragen auch heute noch die traditionelle Kleidung wie im 19. Jahrhundert: ein Kamisol aus Wolle, eine Weste, einen blauen Wollpullover und eine lederne Schürze. Mit dabei ist der Bierkranz mit ausreichend Nachschub für die Gäste, denn ohne Zuruf oder Bitten wird konsequent das leere Glas gegen ein frisch gezapftes Kölsch ausgetauscht. Beim Getränk selbst handelt es sich um ein obergäriges Vollbier. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,8 % und serviert wird dieses kühle Blonde grundsätzlich in einem Stangenglas, das 0,2 Liter fasst.

Das Kölner Brauamt besteht schon seit dem Jahre 1250, doch es heißt, dass schon viele Jahrzehnte zuvor am Rhein gebraut worden sei. Den Begriff „Kölsch“ nutzte die Brauerei Sünner erstmalig 1918. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Anzahl von Brauereien auf 24 in Köln, mit darunter auch Sion. Laut der Kölsch-Konvention von 1986 darf das Kölsch nicht außerhalb der Region produziert und auch nur in der Kölner Stange serviert werden. Mittlerweile gibt es hiervon jedoch auch schon größere Versionen, die 0,5 Liter fassen und dem Köbes einige Arbeit ersparen.

Wir lernen Kölsch

Sich den Kölschen Dialekt anzueignen ist vermutlich eine unzumutbare Aufgabe. Doch damit Sie auch vor Kölnern mit einem geringen Wortschatz glänzen können, lohnt es sich immer, Sprichwörter zu lernen. Legen wir also los:

Dat wed keine jevve. – Das wird nichts geben.

Leever ene Buch vom Suffe wie ene Buckel vom Arbeide. – Lieber einen Bauch vom Trinken, als einen Buckel vom Arbeiten.

Wer fuul es, es auch schlau. – Wer faul ist, ist auch schlau.

Do kanns mich krützwies am Aasch lecke! – Du kannst mich kreuzweise am Allerwertesten lecken.

Maach halvlang! – Mach mal halblang!

Wenn de jeck weeß, fängk et em Kopp an. – Wenn du verrückt wirst, fängt es im Kopf an.

Dat kann mer keinem Äsel in et Oor schödde. – Das kann man keinem Esel ins Ohr schütten. (Es schmeckt miserabel)

Pass op, ich kann Mikado! – Pass auf, ich kann Mikado! (Drohung)

Drieß op d’r Driss! – Ist doch egal.

Leje wie ene Dudezeddel. – Lügen wie ein Totenzettel. (Lügenbold)

Isch han disch jän! – Ich liebe dich!

Un wenn de Düvvel op Stelze kütt. – Selbst wenn der Teufel auf Stelzen einmarschiert. (Kölsche Dickköpfigkeit)

Do häste fies Jlöck jehat. – Da hast du aber viel Glück gehabt!

Wappen Köln

Das Kölsche Grundgesetz

Wenn es schon den Kölschen Klüngel gibt, überrascht es wohl niemanden, dass der Kölner auch sein eigenes Grundgesetz hat. Die lebensfrohen Rheinländer feiern sich selbst und das Leben. Das zeigt sich auch in ihren 11 Geboten:

§1 Et es wie et es. – Es ist, wie es ist. (sich den Tatsachen stellen)

§2 Et kütt, wie et kütt. – Es kommt, wie es kommt. (sich nicht vor der Zukunft fürchten)

§3 Et hätt noch immer jot jejange. – Es ist noch immer gut gegangen. (aus der Vergangenheit lernen)

§4 Wat fott es, es fott. – Was weg ist, ist weg. (Den Dingen nicht nachtrauern)

§5 Et bliev nix wie et wor. – Es bleibt nichts, wie es war. (Neuerungen gegenüber offen sein)

§6 Kenne mer nit, bruche mer net, fott domet. – Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit. (Neuerungen gegenüber kritisch sein)

§7 Wat wellste mache? – Was willst du machen? (sich dem Schicksal fügen)

§8 Mach et jot ävver nit ze off. – Mach’s gut, aber nicht zu oft. (auf die Gesundheit achten)

§9 Wat soll dä Quatsch? – Was soll der Quatsch? (Jeder sollte sich regelmäßig die Universalfrage stellen)

§10 Drinkste eine met? – Trinkst du einen mit? (Gastfreundschaft ist eins der wichtigsten Gebote)

§11 Do laachste Dich kapott. – Da lachst du dich kaputt. (Bewahre dir eine gesunde Einstellung zum Humor)

Der Kölner feiert Karneval

…und das am liebsten das ganze Jahr über. Die fünfte Jahreszeit beginnt im Rheinland am 11.11. um 11.11 Uhr. Mit großem Alaaf und Getöse. Ob auf dem Heumarkt, dem Alter Markt oder gerne mal in der Großkantine in einem der vielen Kölner Unternehmen. Bis zum Aschermittwoch wird in Köln gefeiert. Ob auf der Straße, im Brauhaus, beim Veedels- oder Rosenmontagsumzug, beim Geisterzug oder einer Stunksitzung. Dann gibt es Bützchen (kleine Küsschen), gemeinsames Schunkeln oder Mitgrölen zur karnevalistischen Musik. Schon Monate vorher planen echte Fans ihre Kostüme und schneidern diese auch gerne mal selbst, um sich von der Masse abzuheben. Der Brauch selbst ist im Mittelalter entstanden, um sich auf die Fastenzeit einzustimmen. Über die Jahrhunderte entwickelte sich der Karneval zur längerwierigen Großveranstaltung. Heute gibt es kaum ein Entkommen, wenn die Kölner feiern.

Der Kölner Dom – Das Wahrzeichen der Rheinmetropole

157,38 m Höhe misst der Kölner Dom und ist damit die zweitgrößte Kirche Europas und der ganze Stolz der Kölner. Schließlich hat es sie einige Mühen und Jahrhunderte gekostet, bis der Dom dann endlich vorübergehend 1848 vollendet wurde. Leider überstehen die Baumaterialien keine Jahrhunderte, sodass ständig Restaurierungen stattfinden müssen und der Bau des Gotteshauses damit wohl nie ein Ende finden wird. Es heißt: „Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter.“ – da dies nicht allzu zeitnah passieren wird, müssen wir uns wohl auch vorerst keine Sorgen machen. Auch wenn man bedenkt, dass der Bau des Doms schon 1248 begann und der Dombaumeister Gerhard von Rile gar nicht allzu lange daran arbeiten wollte. Ursprünglich sollten hier nämlich die Reliquien der drei Heiligen Könige aufbewahrt werden, die der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel 1164 mit in die Rheinstadt brachte. Dass diese eine so lange Baugeschichte begleiten würde, hatten sie wohl schon zu Lebzeiten nicht erahnen können. Dennoch sorgten Casper, Melchior und Balthasar dafür, dass sich Köln zur Pilgerstadt für viele Gläubige entwickelte. Noch heute zieht der Dom, seine Architektur und die vielen Sagen und Legenden, die sich die Kölner erzählen, Urlauber, IMIs und auch Einwohner magisch an. Wer nach Köln fährt, kehrt nicht ohne Selfie auf der Domplatte zurück nach Hause. Lassen Sie sich doch einmal bei einer Stadtführung die spannende Geschichte von dem Dombaumeister Gerhard und seinem Pakt mit dem Teufel erzählen. Es wird schaurig schön. Oder wagen Sie den Anstieg hinauf bis zur Spitze über 533 Stufen – einen engen Rundturm entlang. Sie werden außer Puste sein und Ihnen werden die Schweißperlen die Schläfen entlanglaufen, aber Sie dürfen sich auf einen unvergleichlichen Ausblick freuen. Nach eigener Erfahrung würde ich Ihnen empfehlen, dafür nicht unbedingt einen heißen Sommertag zu wählen. Ansonsten helfen auch Ersatzshirt, Handtuch und Fächer.

Dom Koeln 3  Dom Koeln 14  Dom Koeln 12

Köln Kulinarisch – Rheinländische Gerichte

Auch die Essenskultur der Kölner ist von der besonderen Art. Und die Bezeichnungen einiger Gerichte etwas verwirrend. So denkt manch ein Tourist, dass er mit dem Halven Hahn ein halbes Hähnchen bestellt, dabei handelt es sich hierbei tatsächlich nur um ein mit Käse (mittelalter Gouda) belegtes Roggenbrötchen. Bestrichen mit Butter und als Zugabe erhalten Sie noch saure Gurken, Senf, Zwiebeln und Paprikapulver. Dann gibt es auch noch das Hämmchen – eine gepökelte und gekochte Schweinshaxe, die oft mit den Beilagen Sauerkraut und Kartoffelpüree gereicht wird. Rievkooche sind in Öl oder Schmalz angebratene Reibeplätzchen aus Kartoffeln. Und was mag wohl die Ähtzezupp sein? Hierbei handelt es sich um eine Erbsensuppe aus Suppengemüse, Erbsen, Hämmchen oder Suppenfleisch bzw. geräuchertem Speck. Es bleibt auch deftig mit den Decke Bunne met Speck – also dicke Bohnen mit Speck, die es auch in der eingelegten Variante gerne zu kaufen gibt. Zwischendurch isst der Kölner gerne mal zum Korn ein Frikadellchen. Als weit bekanntes Nationalgericht gilt vor allem Himmel un Äd. Hier wird Ihnen Kartoffelpüree (Erde) mit Apfelmus (Himmel) serviert. In Köln werden Ihnen gerne Blutwurst, geröstete Zwiebeln, Speck oder Lebewurst dazu gereicht. Oder probieren Sie eine andere Kartoffelvariante: den Quallmann. Zu den Kartoffeln erhalten Sie dann Kräuterquark. Auch Miesmuscheln isst der Kölner gerne. Genauso wie Pannekooche. Als süße oder herzhafte Variante. Eierkuchen mit Früchten oder Speck. Schavu klingt eigentlich nicht Rheinländisch, doch dahinter steckt Wirsing mit geschmortem Speck und Zwiebeln. Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch die Zizies vorstellen. Die Bratwürste, die gerne mit einer Kölsch-Sauce gereicht werden, stammen eigentlich aus Frankreich. Die Kölner haben sie sich jedoch zu Eigen gemacht. Es gibt also einiges für Sie zu probieren. Loss et üch schmecke!

Kölnisch Wasser vs. Eau de Cologne

Den meisten Kölnern und Besuchern ist wohl am ehesten das 4711 Kölnisch Wasser ein Name. Doch die Rezeptur beruht eigentlich auf dem parallel noch existierenden Eau de Cologne des italienischen Parfumeurs Johann Maria Farina. Es heißt, sein Duft war der Duft der Höfe des 18. Jahrhunderts. Sogar Napoléon schwörte auf das Kölner Parfum, das er auf Reisen immer bei sich trug. Farina selbst beschreibt sein Eau de Cologne wie folgt: „Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen, Orangen, Pampelmusen, Citronen, Bergamotte, Cedrat, Limette und die Blüten und Kräuter meiner Heimat.“ Das klingt doch sehr erfrischend. Wenn Sie selbst gerne eine Nase nehmen und in die Geschichte des Kölner Duftes eintauchen möchten, empfehle ich Ihnen den Besuch des Duftmuseums inkl. Kostümführung. Hier lernen Sie auch einiges über die Stadtgeschichte und dürfen einen Blick auf die Werkstätten des Farina werfen.

Farina Duftmuseum Koeln4  Farina Duftmuseum Koeln5  Farina Duftmuseum Koeln2

Köln am Rhein

Er trennt das linke von dem rechten Köln. Die schöne Domseite von der Schäl Sick (der schlechten Seite). Ja, sogar unter Kölnern gibt es noch Unterschiede. Das zwiespältige Verhältnis zwischen der links- und rechtsrheinischen Seite besteht schon seit Jahrhunderten. Dabei gehört Deutz sogar noch zur Innenstadt. Der Rhein selbst stellt gerne am Abend den Treffpunkt für junge Kölner und IMIs dar, um am Rheinboulevard oder in der Nähe des Doms kostengünstig unter Freunden ein leckeres Kölsch zu genießen. Auch bei schönem Wetter zieht es die Massen an den Rhein. Sie sonnen sich, joggen, radeln oder unternehmen eine einstündige Schifffahrt bis nach Rodenkirchen und zurück. Der Rhein ist Veranstaltungsort der Kölner Lichter und der Kirmes in Deutz. Wenn Sie es lieber ruhiger haben, empfehle ich Ihnen einen Spaziergang am späten Abend entlang des Rheinauhafens mit Blick auf ein unvergleichlich schönes Lichtermeer.

Köln, die Römerstadt

Köln ist eine der ältesten deutschen Städte und wurde einst von Römern gegründet. Noch heute erinnern einige Reliquien an die damalige Zeit der römischen Legionen. Einen ersten Überblick erhalten Sie in dem Römisch-Germanischen Museum an der Domplatte. Vom Schmuck bis zum Werkzeug ist alles dabei. Ein beeindruckendes Mosaik des Dionysus ist schon von außen durch eine Glasscheibe zu betrachten. Sie treffen auf Reste der römischen Stadtmauer, einen Wasserkanal, der von Hürth bis nach Köln führte, alte römische Straßen, eine ehemalige Kanalisation und vieles mehr. Machen Sie sich also auf Spurensuche durch die Jahrtausende alte Geschichte Kölns.

Kölner Originale

Waschechte Kölner stehen gerne und offen zu ihrer Herkunft. Doch als Kölner Originale werden ganz andere Figuren/ ehemaligen Einwohner bezeichnet. Zu diesen stadtbekannten Persönlichkeiten zählen die nun folgenden:

Tünnes und Schäl (2 Figuren aus dem Hänneschen-Puppentheater)

Orgels Palm (ehemaliger Drehorgelspieler in der Kölner Innenstadt)

Fleuten Arnöldche (ehem. Straßenmusiker mit Querflöte)

Lehrer Welsch (bekannt für das Lied „Mer blieve zesamme“)

Maler Bock

Meister Lupus und einige weitere.

Nun sollten Sie gut vorbereitet in Ihre Städtereise in die Rheinmetropole starten können. Ich wünsche Ihnen eine aufregende und unvergessliche Zeit in der facettenreichen Stadt am Rhein!

Übernachten Sie in unseren Ferienwohnungen in Köln

Natürlich benötigen Sie für Ihre Reise nach Köln auch die passende Unterkunft. Diese bieten wir Ihnen in verschiedenen Stadtteilen Kölns. Ob links- oder rechtsrheinisch. In Messenähe, direkt im Zentrum oder im Szeneviertel Ehrenfeld. Unsere Unterkünfte sind ausgestattet mit einem eigenen Badezimmer und einer vollwertigen Küche. Manche Wohnungen verfügen sogar über eine Waschmaschine oder einen Balkon. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie Ihre umliegenden Ziele problemlos und finden schnell wieder zur Ferienwohnung zurück. Supermärkte, Cafés und Restaurants befinden sich in der Nachbarschaft. Bei der Auswahl und Buchung der für Sie passenden Zeitwohnung stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.

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