Menden. Die Kleinstadt, in der ich zur Welt kam und aufwuchs. Noch immer ist sie mein Zuhause, obwohl ich schon seit zwei Jahren in Köln lebe. Mitten im Sauerland, in der Nähe von Unna, Hagen, Iserlohn und Dortmund befindet sich dieses kleine Städtchen. Genauso wie in vielen anderen kleinen Orten ist das Durchschnittsalter stark gestiegen, da viele junge Menschen in die große weite Welt hinausziehen und nur wenige ihrer Heimat treu bleiben. Doch einmal im Jahr – neben Weihnachten – zieht es auch wieder viele ehemalige Mendener zurück ins Sauerland. Nämlich an Pfingsten! Wenn auch sonst nicht sonderlich viel geboten wird, so ist das Programm an diesem Feiertagswochenende umso vielseitiger. Alljährlich an den Pfingsttagen lockt die Mendener Kirmes Groß und Klein von samstags bis dienstags in die Innenstadt, um die Unnaer Straße entlangzuschlendern, die unzähligen Fahrgeschäfte und Buden zu bewundern sowie alte Bekannte und Freunde wiederzutreffen. Schon von klein auf war die Pfingstkirmes in Menden eins der Highlights unserer Kindheit. Direkt am Schultag danach prahlte jeder damit, in welche Fahrgeschäfte er/sie sich getraut hatte und wie viele Ballons man mit Pfeilen hatte zerplatzen lassen. Heute trifft man sich dann doch eher auf den parallel stattfindenden Ehemaligentreffen oder direkt im Zentrum an einem Bierstand und erzählt von vergangenen Erlebnissen und persönlichen Veränderungen. Doch nicht nur die Mendener befällt diese Magie der Gemeinschaft und Nostalgie. Jedes Jahr kommen unzählige Besucher mit ihren Familien ins Sauerland, um neue Köstlichkeiten zu probieren oder ihren Mut unter Beweis zu stellen.  Und das schon seit dem Jahre 1726. Vermutlich hatte sich die Kirmes aus dem Mendener Krammarkt, der aufgrund der Pfingstprozessionen entstand, entwickelt. Heute erinnert ein nostalgisches aus Bronze gefertigtes, fast zehn Zentner schweres Karussellpferd an diese traditionelle Veranstaltung in der Innenstadt.